AKTUELLE HEILPRAKTIKERINFORMATIONEN

 

Hier, unter "Aktuelles", finden Sie alle aktuellen Themen rund um unseren Beruf, wie Urteile, Neuerungen im Therapiebereich oder relevante Wissenschaftliche Studien. Gleichzeitig informieren wir Sie hier über unsere geplanten Veranstaltungen und veröffentlichen Rückblicke auf vergangene Ereignisse.

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29. September 2018

1. Gesamtkonferenz der Deutschen Heilpraktikerverbände und Fachverbände

Am 26.09.2018 fand in Kassel eine Gesamtkonferenz der Berufs- und Fachverbände unter dem Motto „Gemeinsam in die Zukunft“ statt. Es gab einen ersten Schulterschluss mit einer gemeinsamen Abschusserklärung. Für Mitglieder: Melden Sie sich bitte an und sehen Sie im Mitgliederbereich unter  „Informationen von A-Z“ und dann dort weiter unter „Berufspolitik“ nach.  
8. Juni 2018

19.09.2018: Informationsabend und Stammtisch der Deutschen Heilpraktikerschule (DHS)

Die Deutsche Heilpraktikerschule München veranstaltet am Mittwoch, den 19.09.2018 um 18.30 Uhr einen Informationsabend mit anschließendem Stammtisch um 20 Uhr im Wendelsteinweg 11, 82024 Taufkirchen (Email:  info@nicole-steckenleiter.com – siehe Einladung). Jeder der Interesse daran hat oder auch als Dozent einen Kurs vorstellen möchte bzw. aufgrund weiterer Kooperationen etwas zu seiner Person und Tätigkeit sagen möchte, ist herzlich eingeladen; Bitte Link markieren, Rechtsklicken und „Link öffnen“: https://www.dhp-ev.de/wp-content/uploads/2018-0822_Einladung-zum-Infoabend-und-Stammtisch-DHP-08-18.pdf

PRESSEMITTEILUNGEN

 
1Rückblick auf unseren Messeauftritt auf der Intersana - Internationale Gesundheitsmesse Augsburg
(08.12.2018)

Wir waren vom 12. bis 14. Oktober 2016 auf der Intersana, der Internationalen Gesundheitsmesse in 86159 Augsburg, in Halle 5 mit dem Stand M16 vertreten. Diese Fachmesse (mit normalerweise über 20.000 Besuchern) war an allen drei Tagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Wir boten verschiedene Aktionen, u.a. ein Gewinnspiel und Gesundheitschecks am Stand an. Unsere Vorsitzende, Frau Rothörl, referierte an zwei Tagen über das Thema „Zukunftsberuf HP – Wir setzen uns für Sie ein!“ und ging dabei besonders auf die Bedeutung des Heilpraktikers, dessen Stellung in Gesellschaft und Gesundheitswesen sowie die Leistungen unseres Berufsverbandes ein.

Auf Anfrage von Interessenten werden wir die Daten der uns über unsere Therapeutenliste zur Verfügung stehenden Schwerpunktpraxen vermitteln. Ergreifen Sie die sich dadurch ergebende Möglichkeit und lassen Sie sich bald in die Liste eintragen!

Besuchern, die sich an unserem Stand für eine Mitgliedschaft bei unserem Verband entschieden, konnten wir 15% Messerabatt auf Ihren ersten Mitgliedsbeitrag anbieten. Bei einer Anmeldung bis zum 30.11.2018 immerhin noch 10%.

2Aufwertung des Heilpraktikerberufs statt Abschaffung.
Positionspapier des Berufsverbands DIE HEILPRAKTIKER e. V.

Veröffentlicht in CO.med Oktober 2017

Gekürzte Version Positionspapier DIE HEILPRAKTIKER e. V.
Den Artikel finden Sie hier

3DIE HEILPRAKTIKER e.V. Positionspapier – Forderung nach Normierung einer Ausbildungsordnung für den Beruf Heilpraktiker mit einem staatlich anerkannten Abschluß
(06.09.2017)

vorgelegt von den Vorsitzenden Susanne Rothörl und Monika Schillinger-Jochner
(Stand 01. September 2017, hier veröffentlicht am 09.09.2017:)

Eine Reformierung der Heilpraktikerausbildung ist zeitgemäß

DIE HEILPRAKTIKER e.V. fordern eine grundlegende Reformation der gesetzlichen Grundlagen für den Beruf Heilpraktiker, die zur Berufsausübung ohne Bestallung berechtigen.

Naturheilkunde wird von der Bevölkerung gewünscht, immer mehr Patienten vertrauen sich einem Heilpraktiker an. Durch einzelne, gravierende Vorkommnisse in den letzten Monaten steht dieses Berufsbild aber sehr im Fokus der Öffentlichkeit. Angeprangert werden fehlende Ausbildungsstandards und Kompetenzüberschreitungen. Unwesentliche Änderungen des Heilpraktikergesetzes (HeilprG) sind nicht geeignet, das Berufsbild zu stärken.
Ziel unseres Vorschlags ist ein transparentes und akzeptiertes Fundament für den Beruf Heilpraktiker als freier Heilberuf. Grundpfeiler der beruflichen Tätigkeit, nämlich die Methodenvielfalt, die Therapiefreiheit und letztendlich die Wahlfreiheit der Patienten, müssen erhalten bleiben. Oberste Maxime ist dabei die Gewährleistung des Patientenschutzes.


Änderung der Zugangskriterien statt Abschaffung

Mit über 350 verschiedenen, teilweise nur traditionell überlieferten Naturheilverfahren und der Unübersichtlichkeit der von Land zu Land unterschiedlichsten Ausbildungs- und Prüfungskriterien fehlt dem Berufsstand die Transparenz und damit einhergehend die Akzeptanz in der Publizistik, in den medizinischen Fachkreisen und innerhalb der politischen Entscheidungsgremien.
Daher steht der Beruf des Heilpraktikers immer wieder im Fadenkreuz der Öffentlichkeit, besonders im letzten Jahr, als mehrere bekannt gewordene Fälle der Kompetenzüberschreitung von einzelnen Heilpraktikern, z.B. Brüggen-Bracht, für Aufregung sorgten. Als Konsequenz aus diesen Vorfällen wurde übereilt eine zaghafte und unzureichende Änderung des HeilprG und seiner Durchführungsverordnung beschlossen. Ein Bezug zu Ausbildungsstandards und Qualitätskontrolle, Kernpunkt der Kritik, wurde nicht hergestellt.
Es verwundert nicht, wenn neben Forderungen zur Verbesserung der Ausbildung von Heilpraktikern auch Stimmen verlautbar werden, die eine vollständige Abschaffung des Heilpraktikerberufs fordern.

Es soll und darf nicht darum gehen, den Berufsstand der Heilpraktiker abzuschaffen, sondern es sind im Gegenteil Überlegungen anzustellen, wie die Heilpraktiker künftig auf die Berufsausübung vorbereitet werden sollen und welche Kriterien zur Sicherung der Praxisqualität anzuwenden sind.
Eine ersatzlose Abschaffung des Berufsstandes hätte fatale Folgen für viele Bereiche.


Drohende Lücke in der Gesundheitsversorgung

Die Heilpraktiker sind eine fest integrierte Säule des Gesundheitswesens. Immer mehr Patienten wünschen diese Behandlungsformen, sogar dann, wenn sie diese selbst bezahlen.
Ein Wegfall der Dienstleistungen der Heilpraktiker hätte nicht kompensierbare Folgen für Wirtschaft und Patienten. Heilpraktiker schließen eine, im deutschen Gesundheitswesen klaffende, ärztliche Versorgungslücke.


Kostenentlastung für die Krankenkassen

Heilpraktiker tragen durch ihre, zum Großteil privat finanzierten, Behandlungen spürbar zur Kostenentlastung des überstrapazierten deutschen Gesundheitswesens bei.
Nach einem Bericht von „DIE ZEIT“ vom 22.01.2013 finden jedes Jahr mehr als 15 Millionen Heilpraktiker-Konsultationen statt. Die Zeit, als Heilpraktiker im Schatten der Schulmedizin standen, ist längst vorbei. Der Gesundheitsdienstberuf Heilpraktiker ist ein Milliardenmarkt. Alleine die Aufwendungen der privaten Krankenversicherungen für Heilpraktiker-Leistungen im Jahr 2015 betrugen 276,7 Millionen Euro. Nicht erfasst sind hier alle Beträge, die von den Patienten der Heilpraktiker aus eigener Tasche bezahlt werden.
Die Menschen in Deutschland wollen gesünder leben; durch den demographischen Wandel und die Aufklärung der Bevölkerung steigt das Interesse an Gesundheit. Die Erhaltung der Gesundheit, auch durch Nutzung von Heilpraktikerleistungen, trägt zum Lebensstil, aber auch zur Wertschöpfung der Gesundheitswirtschaft bei, wie zahlreiche Studien, z.B. Roland Berger Strategy Consultants bereits im Jahr 2007, bescheinigen.


Heilpraktiker als Säule des Gesundheitswesens

Nach neuesten Zahlen gibt es ca. 43000 zugelassene Heilpraktiker in Deutschland. Durch die große Zahl der Patientenkonsultationen verringert sich die Zahl der Arztbesuche erheblich. Dies kommt im Augenblick den Krankenkassen und der Politik natürlich entgegen. Der Patient bezahlt für die von ihm in Anspruch genommene Dienstleistung selbst und erspart den Kassen Kosten.
Fielen die Therapieleistungen der Heilpraktiker weg, so würden erhebliche Kostensteigerungen für die stattdessen zu erbringenden ärztlichen Leistungen entstehen, wobei den Ärzten dann für die Patientenversorgung noch weniger Zeit zur Verfügung stehen würde.


Zeitintensive Präventionsarbeit durch Ärzte nicht möglich

Durch präventive Therapieansätze tragen die Heilpraktiker dazu bei, daß viele Patienten nicht chronisch erkranken und so den Krankenkassen eine dauerhafte Belastung erspart bleibt. Ärztliche Therapien können alleine schon aus Gründen der limitierten zeitlichen Zuwendung keine Präventivleistung enthalten.


Kostensteigerung durch ärztliche Verordnungen

Naturheilkundliche Mittel haben in der Regel weniger Nebenwirkungen als allopathische Medikamente. Auch Ärzte setzen diese Medikamente inzwischen regelmäßig ein. Das Argument der fehlenden, wissenschaftlich bewiesenen, Wirksamkeit trägt zu einer weiteren Kostenentlastung der Kassen bei, da viele dieser Therapeutika nur aus diesem Grund nicht im Leistungskatalog der Kassen sind. Bei ärztlichem Behandlungsvorbehalt kämen vermehrt Allopathika mit all ihren Nebenwirkungen zum Einsatz, die dann aber erstattet werden müßten.


Volkswirtschaftlicher Schaden vorhersehbar

Wäre die Tätigkeit der Heilpraktiker nicht mehr genehmigungsfähig, wäre nicht nur die berufliche Existenz dieser Berufsgruppe vernichtet. Weitere volkswirtschaftliche Produktionsfaktoren sowie der industrielle Sektor wären betroffen. Das beschäftigte Personal fiele aus dem Arbeitsmarkt. Viele kleine, traditionelle pharmazeutische Unternehmen stünden vor erheblichen Umsatzeinbußen mit drohender Insolvenz.


Erwünschte Stärkung der Eigenverantwortung der Patienten

Die Gesetzlichen Krankenkassen haben erkannt, daß ihr Leistungsangebot nicht mehr den Bedürfnissen und Wünschen ihrer Versicherten entspricht. Sie bieten jetzt Wahltarife für die private Inanspruchnahme des Arztes und für Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen (Homöopathie, Pflanzenheilkunde und Anthroposophie) an. Alternative Heilmethoden wie die Akupunktur und die Homöopathie liegen bei den Patienten im Trend. Dennoch gibt es Anträge, daß den Kassen die Erstattung z.B. von Homöopathika künftig verboten werden soll. Der Patientenwille bleibt dabei gänzlich unbeachtet.
Viele Patienten sehen die Besuche beim Heilpraktiker als echte Alternative zur Hausarztbehandlung, weil sie die ganzheitliche Betrachtungsweise, komplett andere Heilansätze, traditionelles Wissen und besonders den erheblich größeren Zeit- und Zuwendungsrahmen für die Behandlung schätzen. Auch wenn die individuellen Gesundheitsleistungen der Arztpraxen gleichartige Therapien in Teilbereichen anbieten, so kann dies, im wirtschaftlich angemessenen 8-Minuten-Behandlungstakt, keine wirklich befriedigende Behandlungsleistung sein. Dem Willen des Patienten als Finanzier der Kassen sollte Rechnung getragen werden.


Aufwertung des Berufs durch staatlichen Abschluß

Eine Abschaffung des Heilpraktikerberufs kommt nicht in Frage. Dennoch ist unübersehbar, daß die Zulassung zu diesem Beruf auf breiter Basis reformiert gehört. Eine dauerhafte Lösung kann nur erreicht werden, wenn der Heilpraktikerberuf ein anerkannter Ausbildungsberuf mit staatlichem Berufsabschluß wird und auch die Qualitätssicherung sowie die Kontrolle durch eine Neufassung des HeilprG klar definiert sind.
Entsprechend ihrer Akzeptanz in der Bevölkerung sollen Heilpraktiker die Möglichkeit erhalten, am Gesundheitswesen gleichberechtigt zu partizipieren.
Die angestrebten Veränderungen sollen es ermöglichen, daß Schulmediziner und Heilpraktiker ergänzend komplementärmedizinisch mit gegenseitiger Anerkennung zum Wohle ihrer Patienten tätig werden.


Bundesweit einheitliche Regelungen erforderlich

Die Grundqualifikation für die Berufsausübung soll durch eine, künftig im ganzen Bundesgebiet gleichermaßen geregelte, Ausbildung nach Maßgabe eines einheitlichen Lehrplans, erreicht werden.
Dafür sind sowohl legislative Maßnahmen, als auch Strukturverbesserungen im Bereich der Heilpraktikerschulen und -verbände nötig.


Änderung des Heilpraktikergesetzes in eine verlässliche Rechtsgrundlage

Grundvoraussetzung für die Aufwertung unseres Berufsstandes ist die Novellierung des veralteten HeilprG mit all seinen Verordnungen.
Der Beruf des Heilpraktikers bezieht seine Legitimation aus einer Gesetzesvorschrift aus dem Jahre 1939. Das Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (HeilprG) regelt die Voraussetzungen zur Führung der Berufsbezeichnung „Heilpraktiker“. Durchführungsverordnungen und landesrechtliche Ausgestaltungen beschäftigen sich mit der Erlaubniserteilung für die praktische Tätigkeit. Diese rechtliche Grundlage ist nicht mehr zeitgemäß und völlig unzureichend. Die Legislative fügte zwar immer wieder Änderungen ein, dennoch ist das vorliegende Gesetz in keiner Weise geeignet, die Ausbildung und Berufsausübung für einen Berufsstand zu regeln, der in Deutschland neben dem Arztberuf als einziger Heilberuf zur selbständigen Ausübung der Heilkunde, also zur Diagnosestellung und Therapie, berechtigt ist. Eine verlässliche Norm, die Zugang zu dem nichtakademischen Freiberuf regelt, ist überfällig.

Der Bund hat die Gesetzgebungskompetenz im Wege der konkurrierenden Gesetzgebung nach Art. 74 Nr. 19 GG. Der Heilpraktiker fällt unter die dort genannten Heilberufe. Mit dem HeilprG existiert bereits eine bundesgesetzliche Regelung, die entsprechend geändert werden muß und, wie bisher auch, mit landesrechtlichen Durchführungsverordnungen ausgestaltet werden kann. Die föderalistischen Regelungen müßen in allen Bundesländern einheitlich formuliert werden, um eine bundesweit gleiche Ausbildung zu gewährleiten.


Parallele Ausarbeitung eines verbindlichen Curriculums

Grundvoraussetzung zur Sicherung eines einheitlichen Ausbildungsstandards ist ein länderübergreifender Lehrplan.
Als Ausgestaltung künftiger Ausbildungen kommt beispielsweise das weltweit geschätzte System der dualen Ausbildung in Frage. Module der Ausbildung staatlich geregelter Gesundheitsberufe, wie Masseur, Physiotherapeut oder aus der Krankenpflege, können als Vorlage dienen. Die Ausbildung anhand eines festgelegten Lehrplans ist künftig verpflichtend.
Für die Menge der Befugnisse ist ein mögliches Selbststudium untragbar und nicht adäquat. Es kann auch nicht auf eine glückliche Fügung der Überprüfung ankommen, ob sich der Mut zur Lücke in der Ausbildung auszahlt. Es muß vielmehr künftig sichergestellt sein, daß eine Ausbildung mit theoretischem und praktischem Curriculum durchlaufen wurde und die Kenntnisse bundesweit anhand einheitlicher Richtlinien überprüft wurden, bevor die Berufsausübung gestattet wird.


Einbindung bestehender Lehrinstitute

Es gibt bereits hervorragende Schulen. Diese Schulen können weiterhin die Ausbildung als private oder staatliche Einrichtungen übernehmen. Wesentliche Änderung wird sein, daß jede Schule den verbindlichen Lehrplan einzuhalten hat, Lernzielkontrollen durchgeführt werden und das Lehrpersonal den qualitativen Anfordernissen des jeweiligen Unterrichtsfaches entsprechend auszuwählen ist.


Staatliche Abschlußprüfung

Den Abschluß „Heilpraktiker“ erlangen die Auszubildenden mit einer staatlichen schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfung.


Unabhängige Fortbildung in den traditionellen Therapieverfahren

Traditionell überlieferte Therapieverfahren können naturgemäß nicht staatlich geregelt werden. Die praktische Aus- und Weiterbildung soll deshalb, wie bisher auch, in den Händen qualifizierter Ausbildungsinstitute und zahlreicher kompetenter Dozenten bleiben.
Jedes Naturheilverfahren hat seine Besonderheiten, die in einem Regelwerk nicht niedergelegt werden können. Die vorgeschlagene Ausbildungsordnung kann demzufolge nur die schulmedizinischen Kenntnisse und große, anerkannte Naturheilverfahren umfassen.


Qualitätskontrolle der fachlichen Fortbildungen

Zum Schutz der Patienten muß es für alle naturheilkundlichen Therapieverfahren eine Qualitätskontrolle geben, die den Berufsverbänden übertragen wird. Die Verbandsgremien sind in der Regel auf dem Gebiet der Naturheilverfahren mit Kompetenz und dem nötigen Wissen ausgestattet. Die Anerkennung als geprüfte Weiterbildungsstätte obliegt den Verbänden nach Ausarbeitung von Standardkriterien.
Durch laufende Kontrolle der Fortbildungen werden Qualitätssicherung und verlässliche Standards innerhalb der Heilpraktiker erreicht. Gleichzeitig sollen die Regelungen der „Berufsordnung für Heilpraktiker“ (BOH), deren Anerkennung bisher fakultativ war, für alle organisierten Heilpraktiker rechtsverbindlich werden. Die Mitgliedschaft in einem Berufsverband ist dann gleichzeitig die Gewähr für fortlaufende Qualitätskontrollen der Behandler.


Stellung der Berufsverbände

Der Erhalt aller bisher bekannten Naturheilverfahren muß gesichert sein, damit die Naturheilkunde, so wie sie sich seit Jahrhunderten weiterentwickelt hat und von den Patienten geschätzt wird, bestehen bleibt. Heilpraktiker haben keine Standesorganisation wie etwa eine Heilpraktikerkammer. Dennoch sind viele der Kolleginnen und Kollegen in Berufsverbänden organisiert. Die verschiedenen verbandlichen Strukturen tragen den unterschiedlichsten Naturheilverfahren Rechnung. Jeder Verband hat seine eigenen Schwerpunkte, wodurch jedes Mitglied die geeignete Berufsvertretung für seinen Therapieschwerpunkt finden kann. Demgemäß kann die Qualitätskontrolle der Berufsausübung auch durch diese Verbände durchgeführt werden. Sie können die Anforderungen an die jeweilige anzuwendende Sorgfaltspflicht in den einzelnen Verfahren am besten aktuell umsetzen.


Entwicklung fachübergreifender Standards für den Praxisbetrieb

Gleichzeitig müssen fachübergreifende Standards im Hinblick etwa auf Hygienemanagement oder Notfallversorgung entwickelt werden, deren Fortbildung und Einhaltung jeder Fachverband gleichmäßig, im Zusammenspiel mit den Gesundheitsämtern, nach den neuesten Erfordernissen lehren und überwachen kann.


Was ist zu tun?

Die Kritiker, die den Heilpraktikern schwankende Kompetenz und Überschreitung von Grenzen vorwerfen, werden immer wieder die Verfehlungen einzelner Kollegen zum Anlaß nehmen, um unseren Berufsstand zu diskreditieren. Fehler und mangelnder Sachverstand ist aber keine Eigenheit, die nur den Heilpraktikerstand betrifft. Lediglich die mangelnde Transparenz aufgrund einer nicht geregelten Berufsausbildung macht unseren Beruf angreifbar und begründet die fehlende Akzeptanz im breiten Feld des staatlichen Gesundheitswesens einschließlich der Ärzteschaft.
Es ist an der Zeit, daß die Politik die Verantwortung für unseren Beruf durch eine Neugestaltung des HeilprG übernimmt und damit auch die Verantwortung für den Patientenschutz durch Ausgestaltung einheitlicher Ausbildungsstandards. Marginale Änderungen genügen nicht!
Da die Bildung Ländersache ist, müßen ebenso die Bundesländer in die Erarbeitung entsprechender, bundesweit einheitlicher Richtlinien, wie z.B. aktuell die Prüfungsrichtlinien, eingebunden werden.
Die Ausbildung zum Heilpraktiker muß in einer Ausbildungsordnung staatlich normiert werden, damit unser Beruf endlich die Anerkennung erhält, die seinem Stellenwert in der Patientenversorgung adäquat ist.


Weitere Ausführungen und Erläuterungen im Anhang zu diesem Positionspapier geben einen Einblick, wie die Neuerungen im Detail aussehen können.

Download von: DIE_HEILPRAKTIKER_e.V.-Positionspapier.pdf
Download von: DIE_HEILPRAKTIKER_e.V.-Positionspapier_Anhang.pdf

4Heilpraktiker auf dem Prüfstand - transparente und standardisierte Berufsausbildung zur Qualitätssicherung erforderlich

Eine berufspolitische Stellungnahme (Veröffentlicht am 15.06.2017:)

Seit den gravierenden Ereignissen in einer alternativen Krebsklinik in Brüggen-Bracht vom Sommer 2016 steht unser Berufsstand im Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik. Kompetenzüberschreitung in einigen wenigen Fällen löste eine bis dahin unbekannte heftige Debatte aus. Medien, Ärzteschaft und Politik positionieren sich gegen die Heilpraktiker mit Forderungen nach weitreichender Reduzierung der Befugnisse sogar bis hin zur Abschaffung des Heilpraktikerberufs. Hauptkritikpunkt ist die nicht geregelte Berufsausbildung, die oft gleichgesetzt wird mit mangelnder Qualifikation.

Unter anderem fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung in ihrer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung ein generelles Verbot der Erstattung homöopathischer Leistungen für gesetzliche Krankenkassen. Dem schließt sich auch die SPD Bremen an. Gleichzeitig sollen Homöopathika einen Hinweis erhalten, dass ihre Wirksamkeit nicht wissenschaftlich erwiesen ist.
Der 120. Deutsche Ärztetag hält eine Reform des Heilpraktikerwesens mit klarer Begrenzung dringend geboten, weil Heilpraktiker keinen Gesundheitsfachberuf ausüben. Er fordert vom Gesetzgeber, alle invasiven Maßnahmen, auch Akupunktur, sowie die Behandlung von Krebserkrankungen aus dem Tätigkeitsumfang von Heilpraktikern auszuschließen. Ähnliches beantragte bereits im letzten Jahr die FDP Nordrhein-Westfalen.

Alle Forderungen zielen darauf ab, Vorkehrungen zu treffen, dass sich derartige Vorfälle wie in Brüggen-Bracht durch unseriöse Angebote an hilfesuchende Menschen in einer existentiellen Notlage nicht wiederholen können. Verkannt wird aber völlig, dass es sich hierbei um Einzelfälle handelt. Großartige Heilerfolge, verschwindend geringe Fälle von Behandlungsfehlern, die es im Übrigen durchaus auch in der Ärzteschaft gibt und äußerst wenige Versicherungsfälle, wie die geringen Berufshaftpflichtprämien belegen, beweisen, dass sich unser Berufsstand durchaus innerhalb der medizinischen Standards bewegt und eine ernstzunehmende Wahlmöglichkeit für den Patienten darstellt. Die Naturheilkunde ist in Deutschland durch Heilpraktiker zu einer festen Institution geworden, die die Menschen suchen und wünschen. Heilpraktiker bewahren einen kostbaren Schatz zahlreicher traditioneller Naturheilverfahren. Sie entlasten die gesetzliche Krankenversicherung jährlich mit Milliardenbeträgen. Präventionsleistungen und nebenwirkungsarme Naturheilmittel führen zu weiteren, nicht quantifizierbaren Kostensenkungen. Heilpraktiker und Naturmedizin sind im Patientenbewusstsein fest verankert. Patienten wollen nicht als „Fallnummer“, sondern als Mensch wahrgenommen werden. Sie sehnen sich nach Zuwendung und einer ganzheitlichen Behandlung. Heilpraktiker nehmen sich Zeit für ihre Patienten. Dies kann die Schulmedizin bei einer pauschalierten Behandlungszeit von durchschnittlich acht Minuten nicht leisten. Ein Wegfall der Heilpraktikerleistungen würde den Willen des mündigen Patienten und das Selbstbestimmungsrecht der Bevölkerung, naturmedizinische Behandlungen zu wählen, vollkommen ignorieren. Gleichzeitig würde dies zu erheblichen Kostensteigerungen durch, stattdessen zu erbringende, ärztliche Leistungen führen und somit eine nicht kompensierbare Lücke im öffentlichen Versorgungssystem entstehen lassen.

Nicht nur, um allen Kritikern die Diskussionsgrundlage zu entziehen, sollte an einer Verbesserung und Transparenz in der Berufsausbildung mit entsprechenden Kontrollmöglichkeiten gearbeitet werden. Bei einer Novellierung muss einerseits darauf geachtet werden, dass die Anforderungen an die Qualitätserfordernisse definiert werden und der Patientensicherheit genügt wird. Andererseits muss Ziel sein, die vielen, seriös und gesetzeskonform arbeitenden, Kollegen gegenwärtig und zukünftig ausreichend zu schützen. Andere medizinisch tätige Berufe haben Rückendeckung in der staatlichen Ausbildung. Weshalb sollte dies für unseren Stand nicht möglich sein?
Eine standardisierte Ausbildung könnte sich über 3 Jahre auf Grundlage eines einheitlichen Lehrplans mit Theorie und Praxis, verbunden mit entsprechenden Prüfungen, erstrecken. Selbstverständlich müssten die künftigen Kollegen für das Erkennen eigener Grenzen und die Notwendigkeit ärztlicher Parallelbehandlungen, vor allem bei schweren Systemerkrankungen wie Krebserkrankungen, sensibilisiert werden.
Strikt abzulehnen wären allerdings normierte Aus- und Weiterbildungsvorschriften in den einzelnen Therapie- und Diagnoseverfahren. Sie würden die Kraft der Naturheilkunde aufgrund der Vielschichtigkeit ihrer Methoden aushebeln. Zudem verbietet allein die Tatsache, dass in aller Regel mit wissenschaftlich nicht anerkannten, wohl aber traditionell erprobten Methoden gearbeitet wird, eine derartige Normierung. Auch eine Beschneidung der Therapiefreiheit in Form eines Verbots der Durchführung von invasiven Maßnahmen wäre nicht zielführend. Intravenöse Injektionen, Punktionen und Infusionen stellen eine wichtige und unverzichtbare Diagnose- und Therapiesäule in der Heilpraktikerpraxis dar.

Es wäre wünschenswert, wenn die Vorschläge zu einer transparenten und standardisierten Berufsausbildung gemeinsam von allen beruflichen Interessensvertretern getragen werden, damit sie bei den Entscheidungsgremien als ernste Diskussionsgrundlage wahrgenommen werden. Manchmal sind eben Veränderungen zeitgemäß und notwendig, um Gutes und traditionell Bewährtes zu erhalten.

Susanne Rothörl B.Sc.     -     Monika Schillinger-Jochner
5Änderungen im Heilpraktikergesetz

(Hier veröffentlicht am 19.01.2017:)

Am 1. Dezember 2016 hat der Bundestag das „Dritte Gesetz zur Stärkung der pflegerischen Versorgung und zur Änderung weiterer Vorschriften (Drittes Pflegestärkungsgesetz - PSG III)“ mit Zustimmung des Bundesrates vom 16.12.2016 verabschiedet. Die Änderungen betreffen auch das Heilpraktikergesetz und die Erste Durchführungsverordnung zum Heilpraktikergesetz, hier insbesondere die Erlaubniserteilung zur Ausübung der Heilkunde. Danach sind bis spätestens zum 31.12.2017 bundeseinheitliche Überprüfungsrichtlinien zu entwerfen.

Die beschlossenen Änderungen können eingesehen werden unter der Drucksache http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/105/1810510.pdf, Seiten 90 – 92.

Wir geben Ihnen eine Zusammenfassung.

Hintergründe
Aufgrund mehrerer bedenklicher Vorfälle im Jahr 2016 (u.a. Brüggen-Bracht) hat das Bundesgesundheitsministerium Handlungsbedarf zur Änderung des Heilpraktiker-Gesetzes gesehen. Trotzdem wurde festgestellt, dass in den vorliegenden Fällen eher bestehende Gesetze missachtet wurden, als dass keine ausreichende gesetzliche Bestimmung für die Ausübung des Heilpraktikerberufs existiere.
Jedoch stellte die 89. Konferenz der Gesundheitsministerien im Juni 2016 fest, dass die Anforderungen an die Erlaubniserteilung nach dem Heilpraktikergesetz nicht mehr den Qualitätsansprüchen und dem Patientenschutz genügen. Das Bundesministerium für Gesundheit hat daraufhin die Leitlinien überprüft und eine Überarbeitung und Anpassung der Überprüfung der Heilpraktikeranwärter initiiert. Die Ergebnisse wurden im Bundestag mit dem PSG III verabschiedet.

Zukünftig werden die Leitlinien zur Überprüfung von Heilpraktikern vom Bundesministerium für Gesundheit vorgegeben. Zur Erarbeitung dieser Leitlinien sollen die Bundesländer beteiligt werden. Dies dürfte die Vereinheitlichung der Überprüfungen fördern. Die Richtlinien sollen bis Ende 2017 im Bundesanzeiger bekannt gemacht werden. Drei Monate nach Bekanntmachung der Leitlinien tritt sodann die Änderung der Durchführungsverordnung in Kraft.


Konkrete Änderungen
Das PSG III sieht Änderungen des §2 Absatz 1 des Heilpraktikergesetzes und der 1.Durchführungsverordnung vor.

Änderung des Heilpraktiker-Gesetzes, Inkrafttreten am 01. Januar 2017

Gemäß Artikel 17e PSG III Änderung § 2 Absatz 1 des Heilpraktikergesetzes in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 2122-2, veröffentlichten bereinigten Fassung, das zuletzt durch Artikel 15 des Gesetzes vom 23. Oktober 2001 (BGBl. I S. 2702) geändert worden ist, wie folgt:

(1) Wer die Heilkunde, ohne als Arzt bestallt zu sein, bisher berufsmäßig nicht ausgeübt hat, kann eine Erlaubnis nach § 1 in Zukunft nach Maßgabe der gemäß § 7 erlassenen Rechts- und Verwaltungsvorschriften erhalten, die insbesondere Vorgaben hinsichtlich Kenntnissen und Fähigkeiten als Bestandteil der Entscheidung über die Erteilung der Erlaubnis enthalten sollen.


Änderung der Durchführungsverordnung zum Heilpraktikergesetz, Inkrafttreten drei Monate nach Bekanntmachung der Leitlinien zur Überprüfung

Gemäß Artikel 17f PSG III Änderung der Ersten Durchführungsverordnung zum Heilpraktikergesetz (§ 2 Absatz 1) in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 2122-2-1, veröffentlichten bereinigten Fassung, die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung vom 4. Dezember 2002 (BGBl. I S. 4456) geändert worden ist, wie folgt:

„i) wenn sich aus einer Überprüfung der Kenntnisse und Fähigkeiten des Antragstellers durch das Gesundheitsamt, die auf der Grundlage von Leitlinien zur Überprüfung von Heilpraktikeranwärtern durchgeführt wurde, ergibt, dass die Ausübung der Heilkunde durch den Betreffenden eine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung oder für die ihn aufsuchenden Patientinnen und Patienten bedeuten würde.“

Die folgenden Sätze werden angefügt:
„Das Bundesministerium für Gesundheit macht Leitlinien zur Überprüfung von Heilpraktikeranwärtern bis spätestens zum 31. Dezember 2017 im Bundesanzeiger bekannt. Bei der Erarbeitung der Leitlinien sind die Länder zu beteiligen.“

Der Artikel 17f PSG III tritt drei Monate nach Bekanntmachung der Leitlinien zur Überprüfung von Heilpraktikeranwärtern in Kraft. Das Bundesministerium für Gesundheit gibt den Tag des Inkrafttretens im Bundesgesetzblatt bekannt.


Auswirkungen
Die Gesetzesänderung betrifft nur Berufsanwärter. Wir begrüßen diesen Vorstoß zur Vereinheitlichung der Überprüfung zur Erteilung der Berufserlaubnis und werden den entsprechenden Landesbehörden unsere Unterstützung zur Ausarbeitung der Leitlinien anbieten.
Dennoch ist diese Änderung nur unzureichend und schützt unseren Berufsstand auch weiterhin nicht vor Angriffen. Trotz einheitlicher Überprüfungsrichtlinien wurde und wird die unterschiedliche Ausbildung selbst bemängelt. Hier ist weiterhin ein hoher Qualitätsunterschied zu erwarten, da eine einheitliche Überprüfung nichts aussagen kann über die zugrundeliegende Ausbildung des Prüflings.

6Leserbrief zu Artikel vom 29. Juli 2016, 18:59 Anschlag in Ansbach Der merkwürdige Therapeut
An die Redaktion Bayern – Leserbriefe – der SZ

Als Berufsverband für Heilpraktiker sehen wir es als unsere Pflicht, zu o.g. Artikel Stellung zu nehmen. Wir fördern komplementäre, nicht alternative therapeutische Ansätze und zur Sicherung des Qualitätsstandards von Heilpraktikern verurteilen wir kompetenzüberschreitendes Handeln von einzelnen Kollegen.

Laut ihrem Artikel soll der, den Selbstmordattentäter von Ansbach traumatherapeutisch behandelnde, Heilpraktikerkollege über eine zweifelhafte fachliche Qualifikation verfügt haben. Ihr ausführlicher Bericht behandelt aber nicht das Auftreten dieses Therapeuten mit all seinen Konsequenzen unter behördlicher Anweisung, sondern ist eher wieder einmal geeignet, durch exemplarisches Publizieren einen ganzen Berufsstand in Verruf zu bringen. Unterschwellig wird sogar der Anschein erweckt, dass ein Heilpraktiker grundsätzlich nicht ausgebildet und sogar minderqualifiziert ist. Ob und inwieweit besagter Kollegetatsächlich seine fachlichen Kompetenzen überschritten hat, entzieht sich unserer Kenntnis.

Voraussetzung für die Durchführung einer Traumatherapie ist, wie für jedes fachgerechte, therapeutische Handeln, eine entsprechende Fach-Ausbildung und die Erfahrung in der jeweiligen Therapieform. Gerade psychotherapeutische Behandlungsmethoden werden häufig komplementärmedizinisch neben der medikamentösen Behandlung eingesetzt. Diese Therapien sind keineswegs ausschließlich approbierten Therapeuten vorbehalten.

Ein Heilpraktiker kann sehr wohl psychotherapeutisch behandeln, vorausgesetzt, er hat sich ausreichende Zusatzqualifikationen erworben. Insbesondere kann dies auch ein Heilpraktiker, dessen Erlaubnis speziell für das Gebiet der Psychotherapie erteilt wurde. Selbstverständlich ist ein Heilpraktiker immer gehalten, sich in Hinblick auf die Diagnose der zu therapierenden Patienten gründlich auf seine fachliche Eignung, auch und gerade unter Beachtung seiner individuellen Sorgfaltspflicht, zu hinterfragen.

Wie der einzelne Therapeut seine Behandlung dann im Einzelfall umsetzt, ist eine andere Frage. Dass es in jedem Berufsstand schwarze Schafe gibt, ist unumstritten. Dass allerdings vorgenannter Heilpraktiker angeblich nicht einmal selbst in der Lage ist, seine therapeutische Qualifikation nachzuweisen, ist erschreckend und kann nicht toleriert werden.

Abgesehen davon ist jede Behandlung, so auch eine psychotherapeutische, unabhängig davon, ob von einem approbiertem oder nicht approbiertem Therapeuten durchgeführt, kein Garant dafür, dass eine Heilung eintritt, siehe den Germanwings Co-Piloten, der sich mitsamt seinen Passagieren, trotz entsprechender Behandlung, in den Tod stürzte, siehe erst kürzlich den Amokläufer von München und viele mehr.

Offen bleibt, trotz der Recherche, die Frage, weshalb eine Behörde in Ansbach einen Heilpraktiker vom Bodensee mit der Therapie schwer traumatisierter Flüchtlinge beauftragt hat. Fakt ist nicht, dass ein Heilpraktiker grundsätzlich eine derartige Therapie nicht durchführen darf, sondern dass die Behandlung anscheinend ohne weitere Prüfung seitens des Auftraggebers an genau diese Therapieadresse ging. Es ist bekannt, dass es bei „Störungen mit Krankheitswert“, je nach Einstufung des Einzelfalls, durchaus eine zu berücksichtigende Kompetenzhierarchie der in Frage kommenden Berufsbilder gibt. Darüber sollte eine staatliche Betreuungsstelle informiert sein und wir gehen nicht davon aus, dass bei der Therapie von Flüchtlingen medizinische Standards über Bord geworfen werden. Insofern lässt sich auch gut nachvollziehen, weshalb sich die zuständige Stelle noch nicht zu diesem Vorfall geäußert hat.

Bemerkenswert ist für uns die Betrachtung aus einem weiteren Gesichtspunkt. Die Präventions-
richtlinien schließen leider den Berufsstand der Heilpraktiker für die Durchführung von Präventionsmaßnahmen im Auftrag der Krankenkassen wie Kursangebote in Autogenem Training, Nordic Walking, Ernährungsberatung usw. komplett aus. Dies gilt sogar auch dann, wenn die Fachqualifikation identisch zum Arzt, Physiotherapeut, Sportlehrer oder Diätassistent beim gleichen Ausbildungsinstitut erworben wurde.
Dass dann hier eine Behörde mit staatlichen Geldern Therapien durch mutmaßlich unqualifiziertes Personal finanziert, das seine Niederlassung nicht einmal im Bezirk der handelnden Behörde hat, ist mehr als fragwürdig und sollte für die SZ, aber auch für die Aufsichtsbehörden hinreichender Anlass sein, den Sachverhalt weiter aufzuklären.

Für unseren Verband ist dies aber ein Beweggrund mehr, eine generelle Gleichbehandlung bei gleichen Fachqualifikationen einzufordern.

Letztendlich kommt immer wieder die Frage der ausreichenden Qualifikation der Heilpraktiker auf und als Rechtfertigungsgrund für deren Nichtberücksichtigung wird in allen einschlägigen Sachverhalten einfach die nicht staatlich geregelte Ausbildung bemüht. Dies ist ganz offensichtlich eine ziemlich einseitige und dürftige Sichtweise, denn im Vergleich zu Angehörigen der staatlich ausgebildeten Gesundheitsberufe verfügen die meisten Kollegen in der Regel über ein mindestens ebenso großes Sach- und Fachverständnis und sind nach den Qualitätsstandards der Verbände angehalten, sich laufend fortzubilden. Zudem hat sich der Berufsstand der Heilpraktiker über lange Jahre eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung erworben und entlastet die Gesetzliche Krankenversicherung nicht unerheblich.
Es wäre daher zumindest hilfreich, über eine zukünftige Reglementierung der Heilpraktiker-Ausbildung nachdenken, ohne hierbei die diesem Berufsstand eigene Therapiefreiheit zu beschneiden. Dann würden sich auch, zumindest für definierte Bereiche, dem behördlichen Handeln keine Grauzonen mehr bieten.

Susanne Rothörl B.Sc.

 

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